Die Schrankfee Cornelia Dick | Capsule Wardrobe: Der Trend zum Modeminimalismus
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Capsule Wardrobe: Der Trend zum Modeminimalismus

Es ist eine Zahl, die erschrecken mag: Laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit kauft jeder Deutsche im Schnitt 18 Kilogramm Kleidung pro Jahr, das entspricht 50 bis 70 Kleidungsstücken. Gleichzeitig kennt wohl jede Frau dieses eine Problem: Kleiderschrank voll, aber NICHTS zum Anziehen. Aus gutem Grund entsteht derzeit ein Trend zum „modischen Minimalismus“. Das Zauberwort lautet Capsule Wardrobe. Was genau sich hinter diesem Begriff versteckt und wie man aus seiner überfüllten Garderobe eine Capsule Wardrobe zaubert, erklärt Style-Expertin und Schrankfee Cornelia Dick.

Es klingt nach einem Ding der Unmöglichkeit. Mit zehn bis 15 Kleidungsstücken auskommen und jeden Tag neue Looks kreieren. Ohne, dass man immer gleich angezogen aussieht. Doch genau das ist das Prinzip der Capsule Wardrobe. Der Begriff wurde erstmals durch die Londoner Boutique-Besitzerin Susi Faux in den 1970er Jahren geprägt. Die Idee: Ausschließlich essenzielle Kleidungsstücke zu besitzen, die nie aus der Mode kommen. Diese Basis-Garderobe wird dann mit wenigen Trend-Pieces ergänzt, die zwei bis drei Mal im Jahr ausgetauscht werden. Das genügt, um jeden Tag nach dem Baukastenprinzip ein neues stylisches Outfit zu kreieren. Kurzum: Capsule Wardrobe meint das modische Reduzieren auf das Wesentliche.

Reduce to the Max – aber nicht ohne (Deinen) Stil!

Keine Frage: Die Idee, sich zu reduzieren ist absolut sinnvoll. Denn damit kann man Geld, Zeit, Platz und jede Menge Nerven sparen. Wichtig ist jedoch, seinen eigenen Stil dabei zu berücksichtigen. Die Capsule Wardrobe und die Anzahl der dazu gehörigen Key-Pieces und Basics variieren von Stiltyp zu Stiltyp. Denn die Reduktion auf die genannten 10-15 Teile funktioniert nicht bei jedem. Verfolgt beispielsweise eine Frau ein verspielt-opulentes Stilthema, bei dem mehrere Muster und Materialien sowie Accessoires aufwendig zum Einsatz kommen, muss der Fundus an Kleidungsstücken größer sein, als bei einer Frau, die ein klares, minimalistisches Stilthema hat. Und entgegen der Pauschal-Empfehlung vieler Stilratgeber: Nicht jeder Typ ist mit einem gutsitzenden schwarzen Blazer, einer  weißen Bluse und einer Jeans ausreichend ausgestattet. Somit ist der erste Schritt für eine Capsule Wardrobe, die zu dem individuellen Typ passt, eine klare Stilanalyse. Sie ist die Grundlage, um letztendlich seine Garderobe auf ein Wesentliches konzentrieren zu können. Wer sich und seinen modischen Typ kennt, greift zielgerichtet zu den richtigen Kleidungsstücken.

Finde DEIN persönliches Stilkonzept – mit dem Personal Styling mit Schrankfee Cornelia Dick

Women's clothing and personal accessories isolated on white background ( with clipping path)

Step by Step zur Capsule Wardrobe

Wenn Du mit Deinem Look grundsätzlich happy bist, ihn aber perfektionieren und ihm deinen persönlichen Touch geben möchtest, dann kannst Du mit meinen Tipps Schritt für Schritt ein klares Kleiderschrank-Konzept kreieren, dass dir Geld, Platz und vor allem wertvolle Zeit sparen wird. Mein Tipp: Leg Dir Notizblock, Stift und Handy bereit.

 Step 1: Ausmisten

Sei rigoros und hol all‘ Deine Kleidungsstücke aus Deinem Kleiderschrank. Ja, auch alle Jacken, Schuhe, Tücher und Accessoires. Sortiere aus. Und zwar all‘ die Teile, die Du vielleicht seit einem Jahr nicht mehr getragen hast. Und auch die Teile, die eher einem Lustkauf entsprachen – Du dann aber doch nie angezogen hast.

Step 2: Farbtest

Schau Dir die Sachen an, die Du behalten möchtest und teste Deine Farben, indem Du vor dem Spiegel vergleichst: In welchen Farben fühlst Du Dich wohl und wirkst frisch und authentisch? Sind es eher gedeckte oder intensive, kühle oder warme Töne? Nun sortiere die „schlechten“ Farben aus und sei auch hier konsequent. Je mutiger Du vorgehst, desto rascher wirst Du zu Deiner Capsule Wardrobe gelangen.

Step 3: Bestimme Deine Kernfarben

Mit „Kernfarben“ sind die Töne gemeint, die Deine Garderobe maßgeblich bestimmen. Das sollten nicht mehr als zwei sein. Kleidungsstücke, die Du an dem Oberkörper trägst, sollten bestenfalls in einer Deiner Kernfarben sein. Deine Schuhe, Hosen und Jacken sind wiederum in ein bis zwei Kombitönen gehalten. Zu guter Letzt legst Du Dich auf einen Akzentton fest, der sich in Mustern, in Accessoires oder in Farbdetails Deiner Kleidung wiederfindet. Das Tolle: Mit deinen Kernfarben und den dazugehörigen Kombi- und Akzenttönen kreierst Du deinen eigenen Look mit hohem Wiedererkennungswert. Plus: Du steigerst die Kombinationsmöglichkeiten. Mein Tipp: Halte das Ergebnis von Step 3 fest, in dem Du Dein Farbkonzept fotografierst oder dir die Parameter notierst.

 Step 4: Passform und Wohlfühlfaktor!

Alle übriggebliebenen Kleidungsstücke werden nun anprobiert. Schau kritisch in den Spiegel und frage Dich:

  • Sitzt der Schnitt und hast du ausreichend Bewegungsfreiheit?
  • Werden Deine Vorzüge betont?
  • Werden Deine Eigenformen (Statur, Größe, Gesichtsform usw.) optimal umschmeichelt?
  • Fühlst Du Dich in dem Material gut?
  • Brauchst Du Muster, um Dich „komplett“ zu fühlen oder ist unifarben besser?

Sortiere nun ein weiteres Mal aus und notiere Dir, was Du für Dich in Sachen Materialien, Muster, Schnittführung und Stil herausgefunden hast.

Step 5: Liste der Anlässe

Nun überlegst Du Dir, für welche Events und Anlässe Du Outfits und Looks brauchst. Wo liegt der Schwerpunkt: Auf Business oder auf Freizeit? Überlege, inwieweit der Business-Dresscode auch zu deinem Freizeitlook passen könnte – oder umgekehrt. Könntest du beispielsweise eine lässige Stoffhose sowohl mit einer Jeansjacke in der Freizeit, als auch mit einem Blazer im Büro kombinieren? Wie sieht es mit deinen übrigen Kleidungsstücken aus? Schuhe, Blusen, Strickjacken etc…teste mögliche Kombinationen durch.

Step 6: Looks kreieren

Stelle nun unter Berücksichtigung all Deiner Erkenntnisse (Farbe, Schnitte, Anlässe etc.) komplette Outfits zusammen und versuche möglichst mit 10-15 Basicstücken eine Grundgarderobe zu kreieren, in der viele Kombinationen möglich sind. Was passt zueinander und was davon gefällt Dir? Fotografiere die besten Looks, drucke sie aus und lege sie griffbereit an deinen Schrank (oder klebe sie wenn möglich in den Schrank).

Step 7: Shopping-Liste erstellen

Zu guter Letzt erstellst Du eine Liste mit all den (Key-)Pieces, die Dir noch fehlen. Achte aber darauf, nicht zu ausufernd zu sein. Denn bedenke immer: Bei der Capsule Wardrobe gilt – weniger ist mehr!

Fazit: Capsule Wardrobe: Am besten mal ausprobieren

Wer es leid ist, ewig frustrierende Stunden vor dem Kleiderschrank zu verbringen, der sollte die von mir vorgeschlagenen Steps einmal ausprobieren und sich seine eigene, reduzierte aber multikompatible Capsule Wardrobe kreieren. Zugegeben: Das ganz allein zu schaffen, ist sicherlich gar nicht so einfach. Aber wozu gibt es denn Freundinnen mit einem guten Auge für Stil und deine Schokoladenseiten. Oder, noch besser, engagiere einen Profi – wie zum Beispiel mich, die Schrankfee.